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Zuhause im Erzgebirge

In der neuen Bogenpyramide „Seiffener Dorf” finden sich typische Originale des erzgebirgischen Spielzeugdorfes zusammen, wie die bekannten Kurrendesänger und die Seiffener Kirche. Dazu gehört auch der Wegweiser, den man im Original bei einem Besuch im Zentrum des Ortes entdecken kann.

Seit mehr als 250 Jahren gehört der Schwibbogen zum weihnachtlichen Fest des Lichtes im Erzgebirge. Der Johanngeorgenstädter Bergschmied Johann Teller soll um 1726 den ersten schmiedeeisernen Leuchter in dieser Art gefertigt haben. Während der Name auf einen architektonischen Ursprung verweist, geht die Bogenform auf eine bergmännische Tradition zurück. So haben die Bergleute zur letzten Schicht vor dem Weihnachtsfest ihre brennenden Grubenlampen wie das Mundloch des Stollens halbkreisförmig an die Wand gehängt. Das bogenförmige Wolkenmotiv gehört neben der patentierten Innenbeleuchtung zu einem besonderen Gestaltungsmerkmal unserer Werkstatt und findet sich in vielen unserer Schwibbögen.

Vom lichtertragenden Paar zählt der Bergmann zu den frühen Symbolfiguren des Erzgebirges und gewinnt etwa 1850 mit der Verbreitung der Stearinkerze zunehmend als Lichterträger an Bedeutung. Aufgrund seiner schweren Arbeit unter Tage war das Licht dem Bergmann schon immer notwendige Beleuchtung und zugleich symbolträchtiges Sinnbild des Lebens. Der ihm beigestellte Lichterengel geht als Motiv zunächst auf die Rauschgoldengel (Nürnberg) und die Puppendocken der Holzdrechsler zurück und erhielt sein typisches Frauenprofil (Taille, Halsausschnitt) in der Biedermeierzeit. Mit Wachskerzen oder elektrischer Beleuchtung zaubern in den langen und kalten Wintertagen am Ende des Jahres die ganz schlichten oder auch reich verzierten Engel und Bergmänner aus unserer Werkstatt ein festliches Licht.

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Art.Nr. 10380

Wenn man heute an den Adventssonntagen Seiffen besucht, kann man die Kurrendesänger mit Laterne und leuchtendem Stern von Haus zu Haus gehen sehen. „Curro” (currere) ist lateinischen Ursprungs und bedeutet soviel wie laufen. So war die Kurrende zunächst ein „laufender” Knabenchor – mittlerweile gehören auch Mädchen diesem Kirchenchor an. Um 1935 schuf der Seiffener Max Schanz eine Figurengruppe, die man wohl als die „Urkurrende” bezeichnen kann, da sie vielen erzgebirgischen Spielzeugmachern als thematische Vorlage diente. Dazu gehörten vier Kurrendianer mit einem Buch in den Händen, ein Sternträger, zwei Spanbäume sowie drei dünn gehaltene Satteldachhäuser, eins davon mit Dachreitertürmchen als Kirche. Heute findet sich in dem figürlichen Ensemble meist auch die bekannte Seiffener Kirche bzw. exklusiv bei uns auch andere typische Gebäude des Spielzeugdorfes wie das Rathaus und das alte Schulgebäude.